Wacker Neuson Group: Marktumfeld trübt sich im dritten Quartal 2015 ein

In den ersten neun Monaten 2015 gelang es der Wacker Neuson Group als weltweit tätiger Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen, einen neuen Umsatzrekord von über 1 Mrd. Euro zu erzielen. Im dritten Quartal trübte sich das Marktumfeld jedoch unerwartet stark ein. Das Unternehmen senkte daraufhin seine Erwartungen für das Gesamtjahr, geht aber nach wie vor von einem Rekordumsatz für 2015 aus.

Hohe Volatilität in 2015
Nach vorläufigen Zahlen stieg der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2015 um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1.017,4 Mio. Euro (9M 2014: 936,2 Mio. Euro), währungsbereinigt um 4,0 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 21,5 Prozent auf 81,2 Mio. Euro (9M 2014: 103,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge belief sich somit auf 8,0 Prozent (9M 2014: 11,1 Prozent). „Nach einem erfreulichen Umsatzwachstum von 11 Prozent im ersten Quartal und einem noch höheren Plus von 16 Prozent im zweiten Quartal, fiel der Nachfragerückgang im dritten Quartal unerwartet stark aus. Im September sank der Umsatz deutlich gegenüber dem Vorjahr, was dazu führte, dass auch der Umsatz des dritten Quartals unter dem starken Vorjahresquartal lag. Dennoch konnten wir in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz erzielen“, erläutert Cem Peksaglam, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson SE.

Segmente entwickeln sich unterschiedlich
In Europa, wo der Konzern mit 72 Prozent den Löwenanteil seiner Umsätze tätigt, betrug das Wachstum in den ersten neun Monaten 6,0 Prozent zum Vorjahr. In den Regionen Amerikas und Asien-Pazifik spielten Währungseffekte eine wesentliche Rolle. So erzielte die Wacker Neuson Group in der Region Amerikas einen nominalen Umsatzzuwachs von 15,4 Prozent, währungsbereinigt lag der Umsatz auf Vorjahresniveau. In der Region Asien-Pazifik wuchs der Umsatz um 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (währungsbereinigt: +12,0 Prozent).

Im Bereich Kompaktmaschinen stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14,8 Prozent (währungsbereinigt: +13,3 Prozent). Der Baugeräteumsatz legte um 3,6 Prozent zu (währungsbereinigt: -5,3 Prozent). Der Dienstleistungsumsatz, wozu unter anderem das Geschäft mit Reparaturen und Ersatzteilen zählt, stieg um 4,3 Prozent zum Vorjahr, wechselkursbereinigt lag er auf Vorjahresniveau.

Eintrübung im dritten Quartal 2015
Nach vorläufigen Zahlen sank der Konzernumsatz im dritten Quartal 2015 um 1,6 Prozent zum Vorjahr auf 311,0 Mio. Euro (Q3 2014: 316,2 Mio. Euro), währungsbereinigt um 4,4 Prozent. Eine im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 stärkere Eintrübung der Nachfrage in Entwicklungsmärkten und in von Rohstoffpreisen abhängigen Absatzmärkten, wie zum Beispiel Kanada, USA, Australien, Chile und Südafrika beeinflussten Umsatz und Profitabilität negativ. In Europa kam es zu einer weiteren Abschwächung der Marktnachfrage insbesondere in Frankreich und Russland. Während das Unternehmen bis zum Halbjahr von der aktuellen Krise in der Landtechnikbranche weitgehend verschont geblieben war, schlug sich eine nun spürbar geringere Investitionsbereitschaft insbesondere auf das Geschäft mit Ladetechnik mit Schwerpunkt in Europa nieder. „Im ersten Halbjahr, speziell im zweiten Quartal, gab es in zahlreichen krisengeschüttelten Märkten Anzeichen für eine Besserung. Das dritte Quartal, insbesondere der September, hat uns jedoch gezeigt, in welch‘ volatilem Umfeld wir uns bewegen. Besonders bedauerlich ist, dass uns neben der Marktschwäche in der Bau-, Rohstoff- und Energiewirtschaft nun auch die Krise in der Landtechnik erreicht hat. Man kann auch nicht mehr von regional begrenzten Krisen sprechen, denn die Nachfrageschwäche betrifft bestimmte Emerging Markets genauso wie einzelne reife Märkte“, so Peksaglam.

Die rückläufige Umsatzentwicklung im dritten Quartal 2015 hat sich negativ auf die Kostenrelationen ausgewirkt. Das EBIT im dritten Quartal sank um 61,3 Prozent auf 15,5 Mio. Euro (Q3 2014: 40,1 Mio. Euro), dies entspricht einer EBIT-Marge von 5,0 Prozent (Q3 2014: 12,7 Prozent). Entsprechende Maßnahmen zur Kostenanpassung wurden bereits im dritten Quartal eingeleitet und werden im vierten Quartal erste Ergebnisse zeigen. Das Vergleichsquartal 2014 war für den Konzern ein Rekordquartal in Umsatz und Ergebnis. Ein günstiger Produkt- und Regionenmix sowie Währungsgewinne hatten die Profitabilität im Vorjahr spürbar erhöht.

Wachstumsprognose für 2015 angepasst
Der Konzern hat seine Prognose für das laufende Jahr wegen der aktuellen Geschäftsentwicklung kürzlich angepasst. „Wir gehen davon aus, dass auch im vierten Quartal Marktschwächen nicht vollständig ausgeglichen werden können und haben daraufhin unsere Erwartungen an Umsatz und Ergebnis angepasst. Unsere Entwicklung in den vergangenen Jahren belegt jedoch, dass Wacker Neuson sowohl strategisch als auch operativ sehr gut aufgestellt ist, um die aktuellen und auch künftige Herausforderungen des Marktes zu bewältigen“, zeigt sich Peksaglam zuversichtlich.

Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 1,35 und 1,40 Mrd. Euro (2014: 1,28 Mrd. Euro) und eine EBIT-Marge zwischen 7,0 und 8,0 Prozent (2014: 10,6 Prozent). Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen weiterhin, einen positiven Free Cashflow zu erwirtschaften. 

Den vollständigen Neunmonatsbericht wird das Unternehmen am 12. November 2015 veröffentlichen. Die Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2016 plant das Unternehmen im Zuge der Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen 2015 im März 2016 bekanntzugeben.

Tabelle: Umsatz- und Ertragslage (vorläufig)

Kennzahlen

in Mio. €

Q3/15

Q3/14

Veränderung
(währungsbereinigt)

9M/15

9M/14

Veränderung
(währungsbereinigt)

Umsatz

311,0

316,2

-1,6% (-4,4%)

1.017,4

936,2

8,7% (4,0%)

EBIT

15,5

40,1

-61,3%

81,2

103,5

-21,5%

EBIT-Marge in %

5,0

12,7

-7,7PP

8,0

11,1

-3,1PP

Umsatz Segmente

Europa

220,4

230,1

-4,2% (-4,3%)

730,7

689,3

6,0% (5,3%)

Amerikas

79,2

76,8

3,1% (-7,4%)

254,1

220,2

15,4% (-0,3%)

Asien/Pazifik

11,4

9,3

22,6% (19,8%)

32,6

26,6

22,6% (12,0%)

Baugeräte

107,2

105,9

1,2% (-4,8%)

320,4

309,3

3,6% (-5,3%)

Kompaktmaschinen

136,4

144,2

-5,4% (-5,8%)

506,6

441,4

14,8% (13,3%)

Dienstleistungen

73,7

70,7

4,2% (1,0%)

207,1

198,5

4,3% (0,2%)

 

Zusatzinformationen zur Aktie der Wacker Neuson SE:
ISIN: DE000WACK012
WKN: WACK01
Zulassung: Regulierter Markt / Prime Standard; Frankfurter Wertpapierbörse
Firmensitz: Deutschland

Ansprechpartner:
Wacker Neuson SE
Katrin Neuffer
Preußenstr. 41
80809 München
Tel. + 49 - (0)89 - 354 02 - 173
E-Mail: ir@wackerneuson.com
Internet: www.wackerneuson.com

Die Wacker Neuson Group ist ein international tätiger Unternehmensverbund mit über 50 Tochterunternehmen, 140 eigenen Vertriebs- und Servicestationen. Als ein führender Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen bietet der Konzern seinen Kunden weltweit ein breites Produktprogramm, umfangreiche Service- und Dienstleistungsangebote sowie eine leistungsfähige Ersatzteilversorgung. Zur Wacker Neuson Group gehören die Produktmarken Wacker Neuson, Kramer und Weidemann. Mit seinem Leistungsangebot orientiert sich die Group an den „Profi-Anwendern“, unter anderem aus dem Bauhauptgewerbe, dem Garten- und Landschaftsbau, der Landwirtschaft, den Kommunen sowie Unternehmen aus der Industrie, wie beispielsweise der Recycling- und Energiebranche. Der Konzern erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 1,28 Mrd. Euro und beschäftigt über 4.500 Mitarbeiter weltweit.